BJVF 2016 Hellingst/ Bremen Teil 1

Bundesjugendvergleichsfliegen 2016 Hellingst/Bremen

Donnerstag 05:15, der Wecker klingelt. Ich muss zur Arbeit, so wie jeden Tag, aber heute ist ein besonderer, denn heute ist Anreisetag beim Bundejugendvergleichsfliegen. Ich bringe den Arbeitstag schnell hinter mich und klemme mich um 15:30 Uhr hinters Lenkrad, um die etwa 70 Kilometer Anreise nach Hellingst zu bestreiten. Der Zeltplatz ist frisch gemäht und die Kropper Kollegen sind schon da, als ich mit dem Auto vorfahre, um mein Zelt aufzubauen. Nach einiger Zeit bin ich fertig mit dem Aufbau meines Zeltes, oder das Zelt mit mir? Jedenfalls schreite ich zur Anmeldung, um mich als Person anzumelden, das Flugzeug wird später von den Neumünsteraner Fliegerkammeraden vorbeigebracht. Positiv: Der Bierwagen hat schon auf und verkürzt die Wartezeit bis das Flugzeug und die Kollegen kommen.
Zum Abendessen gibt’s vom Grill mit großem Salatbuffet. Den restlichen Abend sitzen wir gemütlich zusammen und erzählen uns Fliegergeschichten.
Freitag 7 Uhr, aufstehen ist angesagt, um nach der kalten Nacht im Zelt schön warm zu duschen und danach das leckerer frische Bremer Rührei beim Frühstück zu genießen. Während des Frühstücks gibt es schon ein kleines Briefing, denn heute sollen ja die Einweisungsstarts geflogen werden. Ich melde mich als einer der ersten in der Startreihenfolge und bekomme so den dritten Start ab.
Im Laufe des Morgens trudeln weitere Doppelsitzer der Nachbarvereine per F-Schlepp ein, sodass mit insgesamt fünf Flugzeugen Einweisungen geflogen werden können. Vielen Dank an dieser Stelle für die gute Organisation des Luftsportverband Bremens! Niels und ich haben uns entschlossen heute noch ein paar Übungsstarts auf unserem Club Astir zu unternehmen. Als wir den Preis für unsere zusätzlichen Starts erfragen und uns erzählt wird, dass diese kostenlos, beziehungsweise im Gesamtpreis mit inbegriffen sind trauen wir unseren Ohren kaum und freuen uns auf einen schönen Flugtag. Ich mache zwei Starts und nutze die schwache Thermik für einen 25 minütigen Flug, um noch ein paar Rollübungen und Fahrtkurven zu fliegen.
Nach 140 Starts, ich weiß nicht ob es so viele am Vortag eines Vergleichsfliegens schon einmal gab, geht ein sonniger Tag zu Ende. Zum Abendessen gibt es leckere Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, professionell von einem Nachbarn des Flugplatzes gekocht.
Am Abend lege ich mich recht früh ins Zelt, um für den Wettbewerb ausgeschlafen zu sein.
Samstagmorgen 05:30 Uhr, nach einer noch kälteren Nacht als der letzten, heißt es aufstehen und vor Sonnenaufgang das Flugzeug aufbauen und danach Frühstücken. 7:30 Uhr Startbereitschaft steht im Zeitplan, allerdings verschiebt sich der erste Start auf 08:45 bis alles geklärt ist. Ich bin Startnummer 15 und habe somit noch etwas Zeit. Das Flugzeug muss aufgrund von Tau auf den Tragflächen noch trocken gelegt werden, auch um es überhaupt abkleben zu können. Der erste Start ist für mich um kurz nach 9 Uhr. Kurvenwechsel heißt die Disziplin, erstmal reinkommen in den Wettbewerb. Die Jury hat die Richtung für den Slip im Endanflug vorgeben. Die windabgewandte Fläche soll nach vorne zeigen?! Begründung der Jury wir wären gut Piloten und müssten das auch so können. Bei der Ziellandung habe ich das abschüssige Gelände etwas unterschätzt und direkt sechs Fehlerpunkte eingeheimst, jedoch sieht es bei den meisten anderen Kunstoffflugzeugen nicht viel besser aus und ich fühle mich gleich viel besser.
Im zweiten Durchgang steht die hochgezogene Fahrtkurve nach rechts an. Einige Piloten haben Probleme sich die Richtung zu merken und lassen einige Platzierung liegen. Meine Fahrtkurve wird subjektiv betrachtet ganz gut und auch die Platzrunde wird schön rechtwinklig. Nach einem Anflug ohne Slip der gefühlt so lang war wie ein ILS-Anflug setzte ich mit einer schönen Landung im 2 Fehlerpunktefeld auf.
Der dritte Durchgang, jetzt wird es ein bisschen melancholisch. Mein letzter Start bei einem Vergleichsfliegen. Ich versuche den Flug trotz der verhassten Rollübungen zu genießen. Nach einem unendlich langen Querabflug mache ich die 135 Gradkurve auf die Wertungsrichter zu und beginne damit das Flugzeug fünfmal von 30 Grad Querneigung links zu 30 Grad Querneigung rechts hin und her zu rollen. Die Übung gelingt letztendlich erstaunlich gut, jedoch Überkurve ich im Endanflug etwas aufgrund des wieder zunehmenden Südwindes. Bei der Landung segele ich wieder schön über das Ziel Feld hinweg da kein Gegenwind mehr vorhanden ist und sogar etwas Rückenwindkomponente herrscht.
Alles in allem denke ich, dass ich einen ganz guten Wettbewerb abgeliefert habe und rechne mit einer Platzierung in der oberen Hälfte des Teilnehmerfeldes.
Der letzte Start des Wettbewerbs geht etwa um 18 Uhr raus. Wir bauen unser Flugzeug ab und freuen uns auf Fleisch und Wurst vom Grill. Die Halle wurde schon für die Party geschmückt und nach dem Essen wird noch ein schönes Lagerfeuer angezündet. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen und ich freue mich auf die Siegerehrung am nächsten Morgen.
Sonntag stehe ich um 07:30 auf, ab 8 Uhr gibt es Frühstück. Nach dem Frühstück baue ich mein Zelt ab und packe meine Sachen zusammen und bin damit pünktlich um 10 Uhr fertig, rechtzeitig zur Siegerehrung. Der Tisch mit den Preisen darauf biegt sich unter seiner Last. Ich erreiche schlussendlich den 12. Platz und bin mit dieser Platzierung vollkommen zufrieden.
Ich verabschiede mich noch von Freunden, bevor ich mich auf den Weg nach Hause mache und ein schönes verlängertes Wochenende zu Ende geht. Den Rest des Sonntages nutze ich um mein Schlafdefizit aufzuholen, denn Montag heißt es wieder um 05:15 aufstehen.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Anton Kirchner (FSC Neumünster), weitere Infos unter: http://www.luftsportjugend.com/ergebnisse-vom-bundesjugendvergleichsfliegen-2016/

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