BJVF 2016 Hellingst/ Bremen Teil 2

Donnerstagmorgen: Heute geht es also los- und zwar zu meinem ersten Bundesjugendvergleichsfliegen, an dem ich nicht nur als Helfer, sondern als Pilot teilnehmen durfte! Die Freude und Aufregung macht sich breit. Morgens hatte ich zwar in meiner Wohnung noch das ein oder andere zu erledigen, so konnte ich erst gegen Mittag wieder zurück nach Neumünster fahren. Mit gepackten Sachen ging es dann mit Lenny zum Flugplatz, wo Sven, der unser Flugzeug und uns mit nach Hellingst nahm, schließlich eintreffen sollte. Nach ein paar Verzögerungen ging es dann schließlich um 16:00 Uhr nach Hellingst. Nach dem einen oder anderen Stopp bei den König der Burger auf Raststätten erreichen wir dann kurz nach 8 Hellingst.
Das Zelt ist schon aufgebaut (Danke Anton), weswegen ich einfach meine Sachen im Zelt kurz abladen, und danach zum Bierzelt und zum Grill aufbrechen kann. Gut, dass der Grill noch immer fleißig besetzt ist, denke ich mir, so können wir uns erstmal stärken, nach dem wir während der Fahrt doch so wenige Möglichkeiten zum Essen hatten...
Als ich ein Bier und ein Stück Fleisch ergatterte, sehe ich schon Anton, Andreas und unsere Crew und setze mich zu ihnen. Nach dem Essen möchte ich mich anmelden, und Stelle fest, dass ich meine Anmeldung anscheinend vergessen habe- Ups. Glücklicherweise finde sie wieder, also doch keine wirklichen Probleme bei der Anmeldung. Danach setze ich mich wieder zu unserer Crew und wir lassen den Abend gemütlich ausklingen.
Um zwölf gehe ich zum Zelt, und stelle fest, dass der Winter kommt- ist das kalt geworden! Tief eingehüllt in meinen viel zu kleinen Schlafsack mit Klamotten an überlebe ich die Nacht gerade so an meinem Lebensminimum- vielleicht war es auch doch ein bisschen wärmer ;). Irgendwann konnte ich sogar nochmal schlafen.

Freitagmorgens um sieben Uhr klingelt der Wecker- Aufstehen. Immerhin ist es jetzt wieder morgen, jetzt ist es nichtmehr so kalt. Ich gehe mit Anton zum Frühstück und setze mich zu unserer Schleswig-Holsteiner Crew. Nach ein paar Brötchen und Rührei sowie einer Dusche geht es ab zum Start. Die ersten Einweisungsstarts werden schon gemacht, so komme ich in Hellingst nach einer etwas unübersichtlichen Startreihenfolge gegen späten Vormittag zum ersten Start auf der ASK13.
Als wir fragen, erfahren wir, dass weitere Starts auf den eigenen Einsitzern kostenlos sind- was für ein cooles Angebot!
Nach den Einweisungsstarts bauen wir zügig unseren Flieger auf und können noch ein bisschen Trainieren. Mit ein bisschen Thermik kämpfe ich mich noch etwa 700 Meter hoch und stelle fest: Der Himmel über Hellingst ist voll. Ich entferne mich ein bisschen vom Flugplatz, um in Ruhe ein bisschen Trainieren zu können und erkunde ein Bisschen die unmittelbare Umgebung.
Nach zwei weiteren Starts bin ich zwar noch immer nicht wirklich zufrieden mit meinen Landungen, höre dann aber auf und wir bauen über Nacht nochmal unseren Club Astir ab. Man kann es eben nicht erzwingen. Am Start war dafür die Verpflegung gut. Leckere Kuchen aller Art wurden gebacken.

Mit vielen Starts, darunter auch F-Schlepps durch die Nachbarvereine und Hellingst selbst, geht ein schöner und mittags auch noch warmer Tag zu ende. Geflogen wird tatsächlich bis fast zum Sonnenuntergang. Am Abend gibt es noch eine leckere warme Erbsensuppe. Die Verpflegung lässt wirklich keine Wüsche offen, denke ich mir.
Gegen zwölf Uhr gehe ich ins Bett und versuche noch etwas Schlaf zu bekommen- wenn da nicht die Kälte und die Nachbarn wären. 😉
Um 06:00 klingelt der Wecker am Morgen: Flieger aufbauen bei Gefühlten null Kelvin. Danach setzen wir uns zum Frühstück und erfahren im ersten Briefing des Tages wichtige Informationen zum Wettbewerb. Nun zügig fertigmachen und Flieger rüber holen! Da allerdings noch nicht alle Einweisungsstarts durchwaren, geht der erste Wettbewerbsstart nach dem Briefing zum ersten Wertungsdurchgang gegen 08:45 raus. Kurvenwechselflug und Slip- so wie man es in der Schulung gelernt hat- mit hängender Fläche aus dem Wind raus. Die Begründung lautet, dass gute Piloten auch das beherrschen müssen. Ehm, ja.... Der erste Start geht für mich als Nummer 22 von 42 Piloten im ersten Wertungsdurchgang los. Gegen halb Zehn ist es dann so weit. Während Start, Kurvenwechselflug und Slip in die windabgewandte Seite gut klappen, sieht die Landung im Ziel Feld nicht wirklich grandios aus, bei allen Starts. Zack- da waren die sechs Fehlerpunkte für weite Landungen. Das geht ja gut los denke ich mir- egal abhaken, nächste Landung wird besser! Immerhin bin ich nicht der einzige. Heute gibt es- nicht nur von mir- genug Außenlandungen zu begutachten.
Im zweiten Wertungsdurchgang steht eine hochgezogene Fahrtkurve nach rechts an. Hier bin ich an 15ter Stelle an der Reihe. Nach meinem persönlichen Gefühl eine gut Aussehende Fahrtkurve, was mir auch am Boden bestätigt wird. Doch auch im zweiten Start missglückt die Landung, ich hatte erneut den Wind ohne Slip überschätzt, und gleite über das leicht abschüssige Gelände- wieder nur sechs Punkte.
Im dritten Wertungsdurchgang wird gefordert: Rollübungen, je 5 pro Seite sowie ein Slip- diesmal in die ''richtige'' Richtung. Hier bin ich direkt an erster Stelle dran und Fliege wieder eine nach subjektiver Einschätzung einigermaßen saubere Platzrunde. Auch die Rollübungen sind gut, jedoch bin ich am Ende etwas ins Rollen gekommen. Immerhin bin ich soweit rausgeflogen, dass man dies am Boden nicht so stark wahrnimmt, denke ich mir. Mit 220 Metern gehe ich an die Position. Diesmal sitzt der Anflug, weder zu hoch, noch zu tief. Obwohl der Slip zunächst etwas zögerlich eingeleitet war, sitzt der Astir danach gut und kräftig im Slip. Doch dann- was mache ich denn- nehme ich die Klappen etwas rein, und gleite wieder über das Ziel Feld. Ich bin sauer. Schon wieder eine viel zu teurere Landung mit vier Fehlerpunkten, um buchstäblich in der oberen Hälfte zu Landen.

Leider Endet damit schon das Bundesjugendvergleichsfliegen 2016 in Hellingst viel zu schnell. Ich war aufgrund einer Familienfeier gezwungen, auf den Rest des Wettbewerbs und der abendlichen Feier zu verpassen. Also schnell ins Auto und losfahren.
Am Sonntagmorgen erfahre ich, dass sich meine Einschätzung bewahrheitet hat- leider nur der 35te Platz von 42 Teilnehmern. Jedoch hoffe ich dass dies nicht mein letztes Bundesjugendvergleichsfliegen war, nun habe ich noch immer dreimal die Chance mich zu qualifizieren. Also, Angriff, das nächste Jahr kommt!

Vielen Dank an unsere Crew, die mitgereist ist und uns Piloten tatkräftig geholfen hat. Des Weiteren möchte ich den Organisatoren danken. Denn sowohl der Wettbewerb, als auch das Drumherum lief ''wie am Schnürchen''.
Danke dafür!

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Niels Hildebrandt (FSC Neumünster), weitere Infos unter: http://www.luftsportjugend.com/ergebnisse-vom-bundesjugendvergleichsfliegen-2016/

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