International Air Cadet Exchange (IACE)

Der ‚International Air Cadet Exchange‘!
Als eine von 12 deutschen Repräsentanten durfte ich in die Niederlande fliegen, zusammen mit einem weiteren Deutschen. Schon beim Vortreffen in Köln wurde mir bewusst, dass es wohl eine ziemlich wichtige Aufgabe sein muss deutscher Repräsentant zu sein: Formal—> Uniform (Blazer, Bluse, Krawatte, dunkelgraue Hose/Rock, schwarze!!! Socken, schwarze Schuhe), semiformal —> Poloshirt mit der grauen Hose/Rock; oder halt zivilian —> ganz normale anständige Kleidung. Man musste an die Gastgeschenke denken, man soll immer pünktlich, immer gepflegt und immer ‚gehorchen‘, schließlich ist dies ja ein Austausch der hauptsächlich von der Luftwaffe gesponsert wird.
Für Michael und mich ging es dann von Frankfurt Flughafen nach Amsterdam, in unserer Uniform. Von allen angeschaut und im Flugzeug wie Crewmitglieder behandelt (immerhin sind wir Air Cadets) sind wir nach Amsterdam Schiphol geflogen.
Angekommen in Amsterdam wurden wir von zwei älteren Herrschaften begrüßt, die Damen hat erstmal jedem erzählt, sie hätte Geburtstag, damit sie einen Kuss auf die Wange bekommt. Der Geburtstagsluftballon war aber für die Australierin gedacht. Wir mussten dann noch auf die Schweizer warten und wurden dann zusammen mit den Franzosen und den Schweizern zur Vliegbasis Woensdrecht gefahren. Eigentlich fing unser Abenteuer erst da an. Wir 6 haben uns sofort super verstanden, wir waren auch die einzigen die von unseren Ländern kein Alkoholverbot bekamen (die Engländer auch nicht). Als wir ankamen wurden wir erstmal herzlich von allen begrüßt, haben unsere militärischen Ausweise abgeholt, die wir ‚ja niemals vergessen‘ sollen, weil wir sonst nicht mehr in die Fliegerbasis gekommen wären.

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Dann fing das beste Programm an, das sich ein Pilot nur wünschen kann. F-16 Wartung, Chinook, Coogar, Hercules, alles militärische Flieger, die wir alle hautnah erleben durften. Außerdem gingen wir Segelfliegen und durften im Schießsimulator mal schießen.Aber auch historische Besuche waren wichtig. Eigentlich haben wir nur Museen besucht, die mit der Hitlerzeit zu tun hatten und somit waren wir Deutschen häufig im Mittelpunkt. Auch haben wir uns den Hafen von Rotterdam angesehen, Rotterdam City; die Military Academy und abends ein bisschen Party in Breda. Wir waren im Deltaworks Neetlje Jans und ließen uns von Seehunden knutschen. Wir haben uns die TU Delft angesehen und die ESA (European Space Agency) in der viel für die Marslandungen geforscht wird. Außerdem waren wir in Amsterdam, allerdings wurde dieser Ausflug von dem schlimmsten Sturm seit 100 Jahren unterbrochen, denn vor uns sind Bäume auf die Fußgängerwege geknickt und so mussten wir uns in ein Poffertjeshaus retten.
Der Höhepunkt dieses Austausches war jedoch die Luftbetankung, die wir Live miterleben durften. Dabei sind wir im Tanker KDC-10 mitgeflogen und durften der Luftbetankung von insgesamt 6 F-16 beiwohnen. Was für ein unglaubliches Erlebnis.
Aber ganz ehrlich, was ist so ein Programm schon wert, wenn man mit langweiligen Leuten unterwegs ist? Gar nichts! Und das machte diesen Austausch so hervorragend. Insgesamt waren wir 29 Leute aus Australien, Süd-Korea, Japan, Hong-Kong, Türkei, Schweiz, Deutschland, Frankreich, England, Kanada und den USA. Unsere Kommunikationssprache? Natürlich Englisch. Alle haben sich immer unterhalten, die Plätze im Bus wurden ständig gewechselt.

Das haben wir aber auch dem Seargant Mayor zu verdanken, der direkt am 3. Tag mit uns ein militärisches Training mit Parcour hat durchlaufen lassen. Wir mussten mit 6m langen Baumstämmen durch die Gegend rennen und ihm hat das alles nicht gereicht, wir mussten zusammen arbeiten, uns verbessern und abstimmen… Und das hat uns zusammengeschweißt.
Ein weiterer Höhepunkt unseres Aufenthalts war die Besichtigung der KLM Wartung und des Flugsimulators, in dem jeder 15 min unter der Aufsicht eines Piloten starten, links und rechts Kurve und wieder landen durfte.. Ich durfte sogar einen Touch’n’Go machen.
Ein bisschen Angst vor dem Hostfamily-Weekend hatte wahrscheinlich jeder und jeder war irgendwie traurig, das man sich übers Wochenende nun verabschieden musste. Aber das Wochenende stellte sich als einzigartig heraus. Meine Gastfamilie, in der ich mit einer Kanadierin war, hat ein riesen Haus, ein paar fette Autos, mit dem ich auch fahren durfte, ganz allein, und eine ASH-25mi, mit der wir einen schönen Überlandflug machen durften und die Vliegbasis Woensdrecht von oben sehen konnten. Außerdem durfte ich noch noch eine Piper Cub von 1945 fliegen. Zusammen waren wir auch auf der Gay Pride in Amsterdam, das für meine religiöse Zimmernachbarin, ein tolles Erlebnis war, denn ihre Eltern in Kanada hätten das wohl nicht erlaubt.

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Ein wirklich schöner Abschluss war noch der Strandabend. Keiner hatte Schwimmsachen mit, im Endeffekt sind trotzdem alle baden gegangen.. Sehr zum Erfreuen unseres Busfahrers, der warum auch immer, nicht mitkommen wollte und wollte, das wir uns alle erstmal umziehen, bevor wir wieder einstiegen. Marci, Michael, Jeremy, Elseline, Jen, Duncan, Kanika und Nathan, ihr seid echt die besten Escorts die man sich nur wünschen konnte!!
Nach 16 unvergesslichen, wundervollen Tagen ging es für uns alle heim, Schlaf haben wir kaum bekommen, da unsere Party bis ungefähr 3Uhr morgens ging und wir um 5:30Uhr wieder losgefahren sind..

Ich möchte mich sehr für diese absolut geniale Zeit bedanken, bei allen, die diese so unvergesslich gemacht haben!! Und natürlich danke für die ‚tollen‘ neuen Wörter, die wir auf allen Sprachen gelernt haben ;-).

Dank je wel und see you soon!

Dieser Bericht wurde von Lena Treder - German Air Cadet 2015 geschrieben.

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